00:00:00: Ich denke auf Bauproduktebene, dass die Erdlebenmaterialien in Deutschland vielleicht sehr schnell zu einem neuen Standard werden.
00:00:08: Die lassen sich so leicht in unser bestehendes Lykosystem und auch in die Bauökonomie einführen.
00:00:15: Und glaube ich wären wir alle ein Stück weit zum Materialjäger- und Sammlern nicht nur wir Planer oder Architekten sondern vielleicht auch die Bauherren und dieses Bewusstsein zum Material das würde ich mir sehr wünschen, dass sich das in der gesamten Gesellschaft mehr verbreitet.
00:00:34: Hallo und willkommen zu einer weiteren spannenden Folge unseres Podcasts Hallo Hamburg Stadt Neubau.
00:00:39: Mein Name ist Sabine Debourg, in unserem Podcast sprechen wir mit verschiedenen Persönlichkeiten über die Zukunft der Stadt über Wohnen Nachbarschaft Diversität und den großen Herausforderungen unserer Zeit.
00:00:51: unsere Städte wachsen gleichzeitig müssen wir unsere Klimaziele erreichen doch daran liegt ein Widerspruch.
00:00:58: Die Bauwirtschaft gehört weltweit zu den größten Verursachern von CO²-Emissionen und Ressourcenverbrauch.
00:01:04: Gleichzeitig brauchen wir Wohnraum, Infrastruktur und lebenswerte Quartiere – wie kann dieser Spagat gelingen?
00:01:10: Können Gebäude künftig sogar CO² Speichern statt verursachen?
00:01:15: Welche Rolle spielen neue Baustoffe, Kreislaufwirtschaft und internationale Erfahrungen?
00:01:20: Und was können Städte wie Hamburg von Entwicklungen in anderen Teilen der Welt lernen?
00:01:24: Darüber spreche ich heute mit einem Experten, der sich genau diesen Fragen widmet.
00:01:29: Prof.
00:01:29: Dr.
00:01:30: Philipp Müsselwitz ist Architekt, Stadtforscher und Professor für Internationale Urbanistik an der TU Berlin.
00:01:37: Als Geschäftsführer vom Bauhaus Erde beschäftigt er sich mit einer der zentralen Zukunftsfragen unserer Zeit Wie gelingt eine Bauwende die Klimaschutz, Ressourcenschonung und soziale Verantwortung zusammendenkt?
00:01:50: Seine Arbeit führt Ihnen dabei von europäischen Metropolen bis in schnell wachsene Städte und Regionen weltweit.
00:01:57: Herzlich willkommen, Herr Prof.
00:01:59: Missewitz!
00:02:00: Herzlich Willkommen – ich freue mich, dass ich mit Ihnen diskutieren darf.
00:02:02: Herr MisseWitz, Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Städten, Ressourcen und globalen Transformationsprozessen.
00:02:09: Der Name Bauhaus Erde erweckt aber als Assoziation zum historischen Bauhaus.
00:02:14: Woher kommt der Name?
00:02:15: Und welche Idee steckt da eigentlich hinter?
00:02:18: Ja, die Assoziation ist bewusst gewählt.
00:02:21: Die Idee entstand nämlich während der Hundert-Jahr-Feier des historischen Bauhauses, im Jahr zweizig neunzehn und da hat sich der Klimaforscher John Schellenuber gefragt was würden eigentlich die Bauhäusler der Weimarau-Bibliq heute tun mit den veränderten Fragestellungen?
00:02:40: Und vor allem auch der großen planetaren Krise, die sich eben um Ressourcen Verknappung und Klimawandel handelt.
00:02:48: Was würden Sie eigentlich heute tun, was wären die wichtigen Fragestellungen?
00:02:51: Und die Referenz ist insofern auch ein bisschen eine Anspielung.
00:02:57: Einerseits sind wir natürlich der historische Wert und der kulturgeschichtliche Wert dieser Bewegung des historischen Bauhauses ganz ungenommen und die Inter- und Transdispinäre Arbeitsweise und die Art, wie man global gedacht hat und eine positive Zukunft gedacht hat.
00:03:15: Das ist alles übertragbar aber natürlich sehen wir das historische Bauhaus auch als Teil eines problematischen Erbes der Moderne, die nämlich die Wände hin zu exaktiven Energie- und CO-intensiven Baustoffen global vorangebracht hat und damit auch die Krise aus der wir jetzt Auswege und Lösungen suchen mit verursacht haben.
00:03:37: Und deshalb auch der Zusatz Erde, um den Unterschied darzustellen.
00:03:42: Um die Verantwortung in der wir uns jetzt sehen und nochmal zu betonen.
00:03:47: Und beschreiben Sie mal kurz Ihre Institutionen?
00:03:50: Wer kümmert sich im Bauhaus der Erde um diese Themen?
00:03:53: Ja, die Idee entstand zwanzig neunzehn und dann konnten wir dank einer großzügigen Stadthilfe der Laudes-Stiftung die Organisation aufbauen mich beurlauben lassen von meiner Rolle an der TU Berlin, um zusammen mit John Schellenhuber bei Null zu beginnen.
00:04:12: Und ich bin ganz stolz dass wir mittlerweile fast sechzig Mitarbeiter haben.
00:04:16: das sind vor allem junge sehr motivierte Menschen die der historischen Tradition dieser Inter- und Transdisciplinität treu auch aus ganz verschiedenen Disziplinen kommen.
00:04:27: Wir haben zum Beispiel Kreislaufwirtschafter Systemforscher die Daten gestützte Szenarien entwickeln können.
00:04:36: Wir haben aber auch Stadtplaner und Architektinnen, Materialökonomen und Handwerker.
00:04:42: Und wir versuchen also indem wir diese gemeinnützige Organisation so aufbauen dass wir wirklich das System bauen verstehen.
00:04:51: Versuchen wir auch systemische Ansätze für Lösungen zu entwickeln.
00:04:55: Klingt interessant wirklich!
00:04:58: Und wie kommen Sie eigentlich zu Ihren Aufträgen bzw.
00:05:02: zu Ihrem Projekten?
00:05:03: Wer klopft bei Ihnen an die Tür, sind das Städte-, Regierungen-Unternehmen oder Forschungseinrichtungen?
00:05:09: Alles zusammen!
00:05:10: Wir haben keine Grundfinanzierung – das ist durchaus einerseits belastend und andererseits aber auch gibt uns das eine große Agilität und Freiheit, die Themen selber zu bestimmen und zusammen mit Partnern zu entwickeln.
00:05:26: Fünfzig Prozent Finanzierung aus öffentlichen Förderprogrammen, auf die wir uns bewerben.
00:05:32: Zum Beispiel Horizon Europe oder auch Programme der deutschen Bundesregierung und die andere Hälfte kommt aus gemeinnützigen Stiftungen, die zunehmend auch das Bauen als einen ganz wichtigen Hebel auf dem Weg zur Nachhaltigkeit
00:05:47: erkennen.".
00:05:48: Und mal eine Frage zwischendurch... angesichts der Krisendier rundherum um uns herrschen, beeinflusst das die Situation bei ihnen?
00:05:57: Oder sind immer noch alle in dieser Richtung unterwegs dass sie sich um diese Themen kümmern und forschen und arbeiten.
00:06:04: Also wir bauen eine neue Organisation oft in einer Zeit in der die Finanzierung für globale NGOs durchaus schwieriger wird.
00:06:12: Das sehen wir.
00:06:13: Wir sind da nicht unmittelbar selbst betroffen aber sehn auch mit Sorge natürlich wie das Commitment und auch der gesamtgesellschaftliche Konsens im Moment stagniert beziehungsweise teilweise sogar rückläufig ist.
00:06:27: Und wir erleben dann, dass aber trotzdem mutige Stiftungen umso mehr in die Lücken treten, die vielleicht Engagement von Regierungen verursachen oder es fehlende Engagement von Regierung verursacht.
00:06:38: Ich will nicht sagen, dass das einfach ist allerdings erleben wir doch eine zunehmende Renaissance dieses Themas.
00:06:45: vor fünf Jahren war es noch relativ schwierig überhaupt gehört zu werden.
00:06:50: Wir haben zwar immer aber nachhaltiges Bauen geredet, aber es ging vor allem um Energieeffizienz und das Dämmen, um die Senkungen der Emissionen während des Gebäudebetriebs eintreten.
00:07:03: Der Hauptfokus bei uns liegt auf dem Material,
00:07:05: d.h.,
00:07:06: die sogenannten grauen Emissione, bei denen wir einen großen Nachholbedarf sehen – v.a.
00:07:12: in der Forschung, in der Produktentwicklung oder natürlich dann auch in der Praxis.
00:07:17: Da muss ich schon sagen, haben wir schon einiges auch gut gemacht zusammen natürlich mit einem ganzen Ökosystem von unterschiedlichen Partnern.
00:07:25: Auch den Planungskammern und vielen engagierten Architektinnen in Deutschland.
00:07:31: das konnten wir so vor fünf Jahren noch nicht diskutieren.
00:07:35: An welchem Projekt arbeiten Sie aktuell mit besonderer Leidenschaft?
00:07:39: Wir verstehen uns als eine globale Organisation die auch in Deutschland arbeitet aber im Moment entwickeln wir gerade Neue Projekte zusammen mit Stiftungen, die vor allem das Bauen im globalen Süden verändern wollen.
00:07:53: Also dort wo unser Planet sich gerade am rasantesten und am schnellsten urbanisiert.
00:08:01: Wir gehen ja davon aus dass wir zwei bis drei Milliarden neue Städter haben in den nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahren.
00:08:07: Das heißt ein enormer Zuwachs der auch einen enormen Zuwach an Bauaktivitäten bedeutet.
00:08:15: Das heißt, während wir hier in deutschen Städten natürlich vor allem auch um Umbaukultur ringen und um die Neuinwärtssetzung von bestehenden Strukturen.
00:08:27: Und um Verdichtung geht es im globalen Süden vor allem auf ganz neue Städte.
00:08:31: man sagt das zwei Drittel der afrikanischen Städter zum Beispiel noch gar nicht gebaut sind oder dass wir damit rechnen, dass wir global noch einmal in den nächsten zwanzig Jahren genauso viele Gebäude, wie wir jetzt schon haben, nochmal dazu gebaut bekommen.
00:08:44: Das heißt das ist die ganz große Herausforderung und das passiert auch in Gesellschaften, die bisher fast nichts zum Klimawandel beigetragen haben natürlich darunter leiden aber in Gesellschaften indem man könnte sagen klimanerativ gar nicht wirklich entwickelt ist aus gutem Grund.
00:09:02: Globaler Süden ist ja ziemlich weitreichender Begriff.
00:09:05: wo denn genau eigentlich?
00:09:07: Ganz genau interessieren wir uns gerade für die Region Ostafrika.
00:09:11: Das ist Tanzania, Uganda, Kenya, Rwanda oder auch in Westafrika Ghana, Nigeria.
00:09:19: aber auch die südostasiatischen Staaten wie Indonesien wachsen enorm schnell und zählen jetzt schon zu den am schnellsten erwachsenden CO-Emitenten.
00:09:30: Wir entwickeln auch gerade beziehungsmöglichen Projektpartnern in Indien, in Vietnam auf den Philippinen in Malaysia, das heißt also überall da eigentlich wo wir gerade auch eine Konvergenz sehen von enormen Bauaktivitäten, enormem Materialbedarf für die Zukunft und auch der Verhandensein von Biomasse.
00:09:51: Denn bei uns geht es vor allem auch um die Frage wie können wir mineralische, extractive energieintensive Materialien durch nachwachsende regenerative Materie ersetzen?
00:10:02: Aber kommen wir noch mal zurück nach Deutschland.
00:10:04: Das Bauen wird ja hier in einem ganz anderen Maßstab umgesetzt, Sie haben es vorhin gesagt Hier werden keine großen Metropolen mehr gebaut.
00:10:12: Wir bauen unsere Städte um und erweitern sie weil Wachstum ist da aber wir machen das in kleinen Schritten nicht mehr der große Wurf.
00:10:21: Und dabei wird deutlich dass haben sie vorhin auch gesagt dass die Bauwirtschaft ja und auch hier unter einen enormen Druck steht.
00:10:30: Wir brauchen diesen ganzen Wohnraum.
00:10:32: Gleichzeitig muss der Bausektor den ökologischen Fußabdruck reduzieren, deshalb nochmal die Frage wie kann Bauen vom Klimaproblem zur Klimalösung werden?
00:10:42: Geht das überhaupt?
00:10:44: Wir glauben dass es grundsätzlich geht aber das ist natürlich ein nicht ganz einfacher und schwieriger Weg ist.
00:10:51: worauf kommt's da an?
00:10:53: vor allem glaube ich müssen wir eben viel stärker in der Zukunft den gesamten Lebenszyklus von Materialien betrachten, die wir für das Bauen einsetzen.
00:11:04: Das heißt, wir sollten in Zukunft viel stärkert aber nachdenken mit welchen Materialen bauen wir?
00:11:10: Wo kommen Sie her?
00:11:12: Welchen ökologischen Fußabdruck verursachen sie im System sozusagen bei der Herstellung und überhaupt der Gewinnung dieses Materials?
00:11:21: und dann auf dem langen Weg sagen in die Baustelle während der Nutzung und natürlich auch nach dem Nutzungszyklus.
00:11:28: Und da haben wir eine ganze Menge von Themen, die hier zusammenkommen – nämlich Optimierung von Wertschöpfungsketten.
00:11:34: Wir sollten in Zukunft viel weniger Material in den Baukreislauf einspeisen, viel bewusster das Material da einsetzen, wo es ... gut performt, wo es gebraucht wird.
00:11:46: Das schließt durchaus auch Stammbeton ein ohne die wir sicher in den nächsten Jahrzehnten erst mal nicht auskommen aber eben nur so viel und nur da, wo wir das ganz unbedingt im Gebäude brauchen.
00:11:57: Und dann geht es auch darum diese Bauprodukte möglichst lang zu nutzen, d. h., man spricht da Der Fachausdruck ist Kaskadenoptimierung.
00:12:06: Das heißt, wir müssen über verschiedene Lebenszyklen denken für Materialien und für Gebäude um eben wegzukommen von dieser linearen verschwenderischen Extraktion-Nutzung Abfall-Dynamik hin zu einer tatsächlichen Kreislaufwirtschaft.
00:12:22: Und eine ganz besondere Bedeutung haben für uns die naturbasierten Bauprodukte Die potentiell nachwachsend sind.
00:12:30: also ähnlich wie wir auch im Energiesektor von Regenativen oder Erneuerbaren Energien sprechen, können wir auch von erneuerbaren Materialien sprechen.
00:12:39: Denn Biomasse ist tendenziell nachwachsend wenn wir sie so entnehmen dass wir keinen Kahlschlag in Wäldern verursachen und das wir bewusst sozusagen Bauökonomien schaffen die auch in die Natur wieder investieren, denn diese Investitionen brauchen wir dringend.
00:12:56: Die Wälder stehen unter Stress.
00:12:58: Der Klimawandel hat ja schon begonnen und verursacht riesige Schäden und Kalamitäten in Deutschland.
00:13:04: Und dafür brauchen wir auch wiederum eine kluge Bewirtschaftung, die wirtschaftlich tragfähige Pfade aufzeigt wie wir Land- und Postwirtschaft einerseits wirtschaftliche Lohn und auskömmlich gestalten können für die Menschen, die davon leben und andererseits aber auch die Natur gleichzeitig so umbauen, dass die Klima resilienter wird und vor allem auch die Natur in ihrer Biodiversität gestärkt werden.
00:13:30: Im Grunde genommen ist das ja nichts Neues.
00:13:33: also was Sie gerade gesagt haben alle die sich mit dem Thema bauen
00:13:37: wachsen
00:13:38: beschäftigen die in diesem Bereich unterwegs sind wissen das?
00:13:41: Und es gibt auch viele Pilotprojekte, die das schon umsetzen in unseren Quartieren.
00:13:49: In Hamburg überall auf der Welt wandelt man als Stadtplanende oder Architekten von einem Pilotprojekt zum anderen und schaut sich das mit großen Augen an und ist begeistert.
00:14:00: Und man merkt aber dann dass diese Forschungsansätze kein Automatismus sind.
00:14:06: also man kann sie nicht ausrollen und sagen so jetzt baut immer alle in diese Richtung nur so.
00:14:12: Also die Wirklichkeit im Moment ist noch ganz anders, es wird viel in Beton und Stahl gebaut.
00:14:18: Und auf der einen Seite und auf der anderen Seite wissen wir aber welche Schbaustoffe eigentlich besser wären.
00:14:24: Wie kann man es schaffen diesen Spagat zu lösen?
00:14:28: Leistet sie da als Institut ein Beitrag oder forschen Sie nur
00:14:32: an
00:14:32: neuen Baustoffen?
00:14:33: also nun das ist ja für uns als pragmatisch arbeitende Menschen so schwer dann auch andere Menschen zu überzeugen und sagen, guck mal CO-Zweil.
00:14:43: Das ist ja nicht kostet ja leider noch nichts und es ist ein bisschen spürbar aber nur manchmal wenn Katastrophen sind.
00:14:49: ich glaube das ist die große Herausforderung.
00:14:51: auf der anderen Seite dann die ganzen Erkenntnisse die sie erarbeiten umzusetzen.
00:14:56: Ja ich denke Sie haben da ein ganz wichtiges Thema angesprochen.
00:14:59: wir haben eine gerade in den letzten Jahren immer stärker florierende Innovationslandschaft und Forschungslandschaft zu diesen neuen Baustoffen.
00:15:08: Da entdecken wir zum Teil ganz historische Materialien, die eigentlich schon immer Teil der Baukultur waren und die entdeken wir neu und versuchen sie in neue Produkte umzudenken.
00:15:18: Allerdings sehen wir eine riesengroße Lücke zwischen der Forschung und der Praxis so wie Sie auch gerade beschrieben haben.
00:15:25: Wir sprechen da auch manchmal von Deskalierungslücke.
00:15:28: Das heißt, wie kommen wir eigentlich vom Problem?
00:15:32: Wie lösen wir das Problem?
00:15:33: Das nennen wir auch manchmal Hühner-Ei-Probleme.
00:15:36: tolle Forschung, auch durchaus tolle Produktentwicklungen.
00:15:40: Aber sie ist in der Skalierung in der Masse nicht verfügbar.
00:15:44: Sie wird nicht eingesetzt und geht nicht in den Mainstream ein.
00:15:47: Und da sehen wir uns genau unsere Rolle.
00:15:50: Wir sind kein Frauenhofer-Institut oder kein Leibnizinstitut die an den Materialien von übermorgen forschen sondern sehen uns eigentlich als Verknüpfer und Brückenbauer die systemisch denken und die fragen genau diese Themen ansprechen, warum schaffen es diese neuen Bauprodukte, die wir dringend skaliert anwenden müssen nicht in die Breite.
00:16:11: Wie können wir die Innovationen verbreitern?
00:16:14: Wo brauchen wir Anreizsysteme auch Regulierungshilfen um diesen neuen Bauprodukten einen Level-Playing-Field zu verschaffen und Barrieren aus dem Weg zu räumen, die sie oft auch noch teurer machen als sie eigentlich sein müssten.
00:16:30: Und das Problem ist natürlich, dass wir mit einer enorm wirkmächtigen Bauwirtschaft zu tun haben.
00:16:35: Die vor allem traditionelle Materialien auch skaliert anbietet und damit die so genannte Economy of Scales voll nutzen kann, also preisgünstig anbieten kann.
00:16:47: Wir fragen uns wie schaffen wir es den neuen Bauprodukten Chancengleicher zu geben?
00:16:51: Denn wir sind überzeugt, dass gar keine Vorschriften brauchen.
00:16:55: Die Bauherren vorschreiben Baut mit Holz!
00:16:59: Material agnostisch sein.
00:17:00: Wir wollen Vielfalt zulassen, wir wollen die Kreativität von Entwerferinnen nicht einschränken.
00:17:06: Wir brauchen aber viel bessere Rahmenbedingungen und glauben, dass wenn wir die Rahmenbedeigung fair gestalten, dass die naturbasierten Materialien von sich aus einen Vorteil haben und damit auch den Sprung in den Mainstream
00:17:18: schaffen.".
00:17:19: Und bei wem setzen Sie an?
00:17:20: Gehen Sie auf die Bürgermeister... Der kommunen zu.
00:17:24: sprechen sie mit den Bauunternehmen, sprechen Sie mit den Investoren.
00:17:28: Was genau machen Sie?
00:17:29: Ich nenne ein Beispiel wir haben einen Netzwerk gegründet das heißt Bild by Nature in Germany.
00:17:34: Das ist ein Netzwerk von Netzwerken in anderen europäischen Ländern wie Frankreich Großbritannien Spanien wo ganz ähnliche Netzwerke auch gestartet worden und dort sind mutige Unternehmerinnen, auch Vertreter von Städten drin.
00:17:49: Die nennen wir Frontrunner oder First Movers im Markt die eigentlich gerne weitergehen möchten als sie es bisher getan haben oder also wirklich motiviert sind, instrundlich motiviert ist.
00:18:01: Wir versuchen Sie zu vernetzen ohne Öffentlichkeit hinter verschlossenen Türen um untereinander die Fragen zu stellen was sind die Hindernisse, die uns im Weg stehen.
00:18:11: Welche Brücken bauen wir?
00:18:12: Welche Wissenslücken bestehen noch?
00:18:14: wo müssen wir ansetzen um besser voranzugehen?
00:18:19: und wir hoffen so dass wir durch diese First Mover im Markt dann auch das Vertrauen schaffen die Präzidentsfälle schaffen.
00:18:27: und es sind keine Pavillionen sondern ganz reale Projekte.
00:18:30: das sind Bürogebäude das sind Beschulen das sollen Wohnhäuser sein sagen Mainstream-Projekte, die versuchen wirklich skaliert mit neuen Materialien und Konstruktionsweisen zu
00:18:41: bauen.
00:18:42: Gut!
00:18:42: Sind da auch unter den First Mover ein paar Hamburger dabei?
00:18:47: Wir haben immer wieder ganz tollen Austausch sowohl mit der Verwaltung in Hamburg als auch mit Planern und Architekten und glauben... Also Hamburg ist ja mit dem Hamburg Standard oder auch mit der sehr progressiven Klima Adaptationspolitik wirklich einen Auch ein Leuchtturm in Deutschland, das sage ich jetzt nicht nur weil wir miteinander sprechen.
00:19:06: Sondern es mache ich ganz ernst.
00:19:08: Trotzdem sehen wir natürlich immer auch noch Luft nach oben.
00:19:11: und einen Punkt zum Beispiel sind die Kosten und auch die regulativen Hürden, die zum Beispiel Holzbau immer noch erlebt, die dringend angegangen werden müssen um einfach den das bio-basierte Bauen in Skalierung zu
00:19:26: bringen.
00:19:26: Ja diese Erfahrungen haben wir selber gemacht.
00:19:28: Wir wollten eigentlich eine sogenannten Mobility habe aus Holz bauen.
00:19:33: Aber da hatten wir dann außer Parken auch noch Quartiersnutzungen drin, Erdgeschoss zu einem Management und das hat so viel Anforderung an den Brandschutz dann verursacht dass es letztendlich keine wirtschaftliche tragfähige Basis mehr war.
00:19:46: Da muss man doch die Konstruktion wechseln.
00:19:48: So spielt manchmal das Leben in diesem Bereich.
00:19:52: sie haben ja einen sehr breitgefächerten Aufgabenbereich.
00:19:56: Also sie sind Wissenschaftler, Sie sind in der Politik beraten, sie beraten First Mover und auch in einer praktischen Stadtentwicklung unterwegs.
00:20:05: Was bringt Ihnen denn am meisten Spaß eigentlich im Hörsaal?
00:20:09: Die neuen Studierenden auszurichten dass die alle zu First Movern wären?
00:20:13: oder sind sie gerne in der Politik Beratung?
00:20:16: also was macht ihnen am meisten Spass in diesem Bereich?
00:20:19: Da kann ich mich, glaube ich gar nicht so richtig entscheiden.
00:20:21: Ich kann nur sagen meine Erfahrung mit Studierenden der neuen Generation ist dass da ein unglaublicher Hunger da ist nach Wissen und nach Lösungsansätzen und nach Praxisbeispielen für ein neues Bauen.
00:20:33: Der gibt es einen ganz hohes Bewusstsein von der Problematik des Bounds und zum Teil Treiben die Studierenden auch den Lehrkörper vor sich her, würde ich sagen.
00:20:45: Und organisieren sich die Zugänge zu dem Wissen was ihnen die Uni nicht bietet.
00:20:49: Das heißt wir sind da eigentlich in Partnerschaft und ich weiß dass ich besser und auch ein interessanter Gesprächspartner für die Studenten bin wenn ich eben nicht nur im Hörser stehe sondern auch in der Praxis arbeite und sie auch mit der Praxis verknüpfe und mit angewandter Forschung verknüpfe.
00:21:05: So kann ich mich eigentlich nicht für das eine noch für das andere entscheiden, sondern sehe eigentlich die Chance in beiden.
00:21:10: Wobei wir da wieder bei Humboldt wären zwischen der Einheit von Forschung und Serie.
00:21:16: Ja okay also eigentlich alles am liebsten überall.
00:21:21: Wir haben gerade über Baustoffe.
00:21:23: haben Sie schon mal jetzt angefangen zu sprechen gesprochen über alternative Baustiffe?
00:21:29: können sie mal kurz beschreiben welche neuen Baustoffe so.
00:21:35: Es gibt außer Holz und welche sehr vielversprechend sind für die Zukunft der wachsenden Städte?
00:21:42: Also wir gehen erst mal davon aus, dass wir immer die bestehende Landschaft, die Geografie, die bestählenden kontextuellen Faktoren berücksichtigen müssen bei den Material-Lösungen.
00:21:55: Das heißt in einigen Gründen selbst in Deutschland sind die Voraussetzungen da einfach sehr unterschiedlich gerade in Berlin Brandenburg vor allem die Kiefer Wir haben in Norddeutschland die Moore, die es wieder zu vernessen gilt und auch lehm.
00:22:09: Also selbst in Deutschland ist eigentlich die geologischen und klimatischen natürlichen Voraussetzungen bieten ganz unterschiedliche Zugänge zum Materialien, die wir nutzen sollen.
00:22:19: Und diese regionale Spezifik sehen wir oft in den historischen Baukulturen.
00:22:24: Das sind immer ein guter Ansatz, eigentlich zu fragen wie haben die Menschen vor einigen hundert Jahren sehr, sehr nachhaltig gelebt und wir haben sie geschickt natürlich Ressourcen genutzt.
00:22:33: Und wenn wir weiter raussoomen dann bauen wir natürlich in Südostasien vor allem mit Bambus oder in Zentra Afrika mit ganz anderen Holzsorten.
00:22:42: allerdings gibt es auch immer wieder tolle Lerneffekte wenn wir überregional Partnerschaften aufbauen und vom Lebenbau in Afrika für den Nebenbau in Deutschland lernen was auch einige Mitarbeiter tatsächlich bei uns ganz konkret tun.
00:22:56: Ganz wichtig ist aber, dass wir immer eine breite Palette von Materialien denken müssen.
00:23:01: Auch Holz wird nicht alles leisten können.
00:23:03: Das heißt, wir sind eigentlich für plurale und vielfältige kreative Lösungen.
00:23:08: Gebäude sind immer Hybridgebäude.
00:23:10: Wir denken in Systemen wo ganz unterschiedliche Materialien zum Einsatz kommen und wir müssen einfach die Materialien in ihrem Potenzial richtig gut verstehen und viel effektiver einsetzen.
00:23:21: Wir waren letztens bei einem Labor, die haben Baustoffe in Mycel, also Pilzmaterialien entwickelt.
00:23:28: Ist das auch ein Baustift der Zukunft oder ist es so ein Pavillon-Baustoff?
00:23:33: Das ist tatsächlich eine sehr spannende Frage und wir arbeiten enger Partnerschaft mit einem neuen Sonderforschungsbereich in der TU Berlin, der von Vera Meyer geleitet wird an einer Biologin, die tatsächlich wissen möchte ob Mycelium sich Massenprodukte skalieren lässt.
00:23:52: Und ich glaube, da gibt es ganz spannende Denkansätze und die Forschung in den nächsten Jahren wird zeigen wie realistisch sie sind.
00:23:58: gerade bei Leichtbaustoffen sehe ich durchaus großes Potenzial ob das jetzt akustische Isolierplatten oder Dämmplatten tatsächlich auch mit Pilzen zu arbeiten was wir auf jeden Fall da noch lösen müssen.
00:24:14: ein bisschen zurückkommen von diesen sehr komplexen Produktionsinfrastrukturen, die wir jetzt dafür brauchen und tatsächlich Materialien so auch produzieren können mit Pilzen, sodass sie sich kostengünstig eben für die breite Masse herstellen lassen.
00:24:29: Und ist es so dass Sie ja jetzt viele regional unterschiedliche Baustoffe genannt?
00:24:37: Ist Praktisch diese unterschiedlichen Baustoffe alle gleich wichtig, wertvoll und skalierbar sind?
00:24:44: oder würde es Sinn machen wenn sie jetzt einen Baustopf herausgreifen dass sich ihre Forschung darauf konzentriert.
00:24:51: Und dann zu schaut okay das ist der Baustift der fort verfügbar ist.
00:24:55: wie kann ich den jetzt in einer wirtschaftlich tragfähigen Quantität herstellen und zur Verfügung stellen also anstatt immer Tausend Bälle in der Luft zu halten, die dann hier und da in einem Pilotprojekt münden.
00:25:07: Klar wir suchen uns natürlich auch Die Lücken raus wo wir wirklich Forschungsbedarf sehen und Produktentwicklungsbedarf Und ich würde sie aber immer so das eigentlich als eine Suche nach auch niedrig hängenden Früchten Sehen.
00:25:19: eben keine Grundlagenforschung Sondern sehr angewandte Forschung.
00:25:23: und vor allem interessieren wir uns Natürlich auch wie wir Abfallströme neu nutzen können nicht.
00:25:28: nennen wir ein einfaches Beispiel Wir haben zum beispiel einen Erd-Lehmstein entwickelt aus Materialaushub von Berliner Baustellen.
00:25:37: Und alle Bauvorhaben generieren letztlich Aushub, der teuer untersucht werden muss auf Verschmutzung und Katamination geprüft werden muss und dann ebenso teuer auch in Halden oder zur Verfüllung von Kiesgruben oder Sandgruben abgefahren wird zum Teil über weite Strecken von Berlin bis nach Brandenburg rein.
00:25:59: Wir haben dann festgestellt, dass wir mit den Daten, die wir ohnehin schon haben, eigentlich feststellen können wie die Körnungsgrößen sind in dem Aushubgemisch und selbst mit geringen Lehmanteilen.
00:26:09: Also feiner Körnung können wir tatsächlich Steine so verpressen, das wir kein Zement brauchen, keinen Binder sie auch Luft trocknen können und damit einen wunderbaren Baustoff haben der sich für zwei bis drei geschlosslichen Wohnungsbau zum Beispiel super eignet.
00:26:26: Und es ist so erfolgreich.
00:26:28: schon eine Ausgründung haben aus dem Bauch des Erde und die Firma Earthbound, gerade in einem Hangar am Leerenflughafen Tegel.
00:26:37: Die Skalierung erprobt und auch sich da ganz große Chancen sehr eigentlich über diese Erdlehmsteine zum Beispiel die gängigen Kalksander oder Zementbausteine zu ersetzen und sich auch ganz leicht einzufügen.
00:26:54: Wir können mauern.
00:26:55: Dreißigvierzig Prozent der Bauaktivitäten haben mit Mauerwerk zu tun.
00:26:58: in Deutschland, das heißt also genau da haben wir so eine niedrig hängende Frucht und können einen sehr exaktiven Baustoff sehr leicht durch ein Naturbasiertenbaustoff ersetzen, der in diesem Fall zwar keinen CO-Zwei speichert – das könnte ja auch wenn wir Biomasse dazu geben, auch dass es eine Entwicklungspotenzial ist aber die Energieeinsatz so stark runterfährt, weil wir eben nicht feuern.
00:27:23: Sondern Lufttrocknen wird das zu einem sehr umweltfreundlichen Werkstoff
00:27:27: wert.".
00:27:28: Also zusammengefasst sie setzen auf Holz und auf Erdlehmsteine die Sie da in Tegel mal ausprobieren.
00:27:37: sind das die Baustoffe der Zukunft?
00:27:40: Zusammen auch mit einer ganzen Palette von anderen biobasierten Baustoffs?
00:27:45: Wir hatten vorhin schon kurz die Moore angesprochen.
00:27:48: Die trockenlikten Moore, die in Deutschland ja auch zu Emittenten wären und zwar zu ganz Erheblichen in Deutschland insgesamt in der Klimabilanz acht Prozent.
00:27:57: Und da mobilisieren wir auch auf EU-Ebene und nationale Ebene schon sehr viele Fördermittel um Landwirte Zu ermutigen diese Flächen wieder zu vernessen.
00:28:08: Allerdings müssen wir dann auch die wirtschaftliche Aspekte neu denken denn Kühe können nicht auf zufeuchten Wiesen stehen und auf Mooren schon gar nicht.
00:28:18: Und wir überlegen da, wie man tatsächlich mit der Biomasse die auf einem wiedervernesten Moor wächst und jedes Jahr geerntet werden kann.
00:28:26: Baustoffe erzeugt für Dämmungen, für Innenwände auch für Dachflächen und wie wir da eigentlich eine ganz tolle neue Ressource erschließen können und gleichzeitig auch die Wiedervernetzung von Mooren wirtschaftlich tragfähig befördern
00:28:40: können.".
00:28:40: Was glauben Sie denn, welche Anreize man setzen müsste für Investoren und Projektentwickler?
00:28:47: Dass sie mit ihren Erdleimsteinen bauen.
00:28:51: Also ich überlege das gerade, ob ich das könnte als Projektentwicklerin?
00:28:54: Ob ich das in meinen Konzeptausschreibungen einbringen und sage wenn sie bei uns sind unseren Quartieren bauen wollen lieber Herr Investor dann bitte nur Erdlebenbausteine.
00:29:04: Ob es dann Bewerbung geben würde oder nicht.
00:29:06: Ja das sollten wir mal zusammen versuchen.
00:29:08: Wir hatten tatsächlich über die Forschung und die Publikationen zu der Forschung hatten Eine Anfrage von der Stadt Esberg in Dänemark, die ein neues Wohnquartier plant am Stadtrand und da auch große Erdmassen bewegen muss für Gründungen.
00:29:23: Auch für Regenwasser-Retentionspecken und alles was so zu einem neuen Stadtquartiere dazugehört.
00:29:29: Und sie haben uns eingeladen den Boden zu erproben Die Körnungsgrößen zu untersuchen.
00:29:33: Wir haben festgestellt dass tatsächlich das Material Was dort vor Ort entnommen wird und bewegt wird sich einsetzen lassen kann für Erdlebensteine.
00:29:42: Und der nächste Schritt ist nun, dass die Stadt Esberg überlegt den städtebaulichen Wettbewerb tatsächlich mit den üblichen städtenbaulichen Festlegungen zu begleiten oder auszuschreiben und auch mit einem Gestaltungskatalog, der aber hier erweitert werden soll auf eine Materialebene.
00:29:58: das finde ich eine spannende Perspektive.
00:29:59: da gibt es noch wenig mutige Kommunen sie sich sowas trauen.
00:30:03: Aber wir brauchen genau diese First Mover auch unter den Kommunen, die Lust haben so was auszutesten.
00:30:09: Und warum nicht?
00:30:10: Also es kann kostengünstig sogar günstiger angeboten werden als normale Materialien.
00:30:16: das Wissen entwickelt sich kann eingespeist werden.
00:30:19: Es ist sozusagen eine niedrig hängende Frucht auch für größere Bauprojekte Auch für Schallmauern.
00:30:26: Für viele Infrastrukturprojekte ist sowas möglich und es gibt in ganz Europa Eine neue Szene Die Erdlehmbau entdeckt, die auch sehr solidarisch miteinander kommuniziert.
00:30:36: Denn solche Produkte können sowieso nicht weit transportiert werden.
00:30:39: Sie sind sehr schwer, sehr dicht und sind eigentlich lokalregional einsetzbar.
00:30:44: Wir haben auch ein ganz tolles Projekt gerade von der Deutschen Bundesschriftung Umwelt mit gefördert entwickelt mit einem Bauunternehmen, die selber als Bauherr aufgetreten sind Und dort haben wir diesen Erdlehmstein tatsächlich in einem mehrgeschossigen Bauprojekt konstruktiv eingesetzt
00:31:01: Und das ist genauso wirtschaftlich wie Beton und
00:31:03: Stahl.
00:31:04: Genauso wirtschaftliche, absolut!
00:31:06: Pilotprojekte haben natürlich immer auch einen gewissen Nachteil dass dazu viel Zusatzarbeit für die Begleitforschung anfällt und der Planungsprozess sich natürlich auch verzögert.
00:31:16: deshalb ist es auch der Ansatz von einigen Bundesförderprojekten und den Förderprojekten der deutschen Bundesstiftung Umwelt, dass genau dieser mehr aufwand für so ein Pilotprojekt Abgefedert wird durch ein Teil öffentlicher Förderung, aber alle Ergebnisse werden veröffentlicht und sind replizierbar.
00:31:33: Und genau bei solchen Pilotprojekten kommt man dann eben tatsächlich in die breite Anwendungen.
00:31:39: Na gut also wir sind ja hier sehr stark im Hamburg-Standard.
00:31:42: Sie haben das selber schon vorhin erwähnt.
00:31:45: Hamburg versucht eben den Kostenexplosion dadurch zu reduzieren indem man schaut was muss wirklich gebaut Kostet jedes Bauteil.
00:31:54: Es gibt eine Punkteliste, die wurde dann auch nochmal quergeschaltet mit einem CO-Zweih.
00:31:59: soweit um eben diese Kosten runterzubringen und das Bauen wieder in Anführungsstrichen bezahlbar zu machen und damit auch durchgegeben an die Mieter wieder attraktive Mieten zu erzielen.
00:32:10: Das müssten man natürlich dann verschränken mit dem ganzen Wissen was sie erarbeiten.
00:32:15: Und wenn das beides zusammengeht Dann wäre das der Durchbruch für ne Bauwende die sowohl Das Bauen wieder kostensparend ermöglicht aber gleichzeitig eben auch dieses Thema Bauwende, CO-Zwei und so weiter mitdenkt.
00:32:28: Also das muss man zusammenbringen sonst sind alle in ihren Sektoren unterwegs und da gibt es nur in jedem Bereich ein First Mover Aber die bewegen sich halt nicht quer sondern immer in ihren eigenen Bahnen Und das wird die Kunst sein.
00:32:43: Absolut, das ist das große Vorteil natürlich gegenüber den naturbasierten Materialien.
00:32:46: Dass sie ja mehr kosten Das ist zwar alles schön und gut für die Umwelt aber können wir uns vielleicht jetzt gerade noch nicht leisten.
00:32:52: So so sind oft die Argumentationen Und die möchte ich auch gar nicht wegwischen.
00:32:55: da müssen Wir genau hinkommen dass wir zeigen dass diese naturbasierte Materialien Nicht nur Parität haben und also Kostengleichheit mit Extraktiven sondern auf Dauer eher noch günstiger werden und das Ist nicht leicht.
00:33:09: Also wir sind auch selber gerade in dem Netzwerk was Ich erwähnt habe dem Bild by Nature, Germany Netzwerk und dem Baukosteninstitut in Deutschland unterwegs nochmal ganz genau zu schauen wo gerade beim Holzbau die Kostentreiber sind.
00:33:23: Oft haben wir eben bisher als Referenz Projekte vor allem Pilotprojekte, die keine Standard-Projekte sind und deshalb auch von sich aus vielleicht teuer geplant werden komplexer geplant wird.
00:33:34: Und wir haben dann natürlich auch sehr vielen uns zum Teil tatsächlich auch Berechnungsgrundlagen immer noch, die wir versuchen jetzt nachzuentwickeln.
00:33:42: Und dann sind auch viele dieser Kosten prozessbedingt.
00:33:44: Manchmal wird sich dann eben erst am Ende nach den Entwurfsphasen bei der Vergabe entschieden, das vielleicht in Holz zu bauen und dann sind teure Umplanungen erforderlich.
00:33:54: Dann haben wir manchmal gar nicht die Kompetenzen in den Kommunen oder auch selbst in den Architekturbüros.
00:33:59: Die müssen dann erst dazugekauft werden.
00:34:01: Das heißt da brauchen wir Kapazitätsentwicklung.
00:34:03: Und dann ist natürlich die große Diskussion was sind die wahren Kosten?
00:34:07: von Bauprodukten.
00:34:09: Und da denke ich, dass wir eben tatsächlich zu einer ja auch bei den Themen CO-Zweibepreisung.
00:34:15: und wenn wir sozusagen die Folgekosten, die wir vergesellschaftlichen für Beton mit einpreisen dann ist jetzt schon sind die Naturbasierten weitaus günstiger
00:34:25: Als Iber-Hamburg entwickeln wir große Quartiere wie Oberbewerder.
00:34:28: Das ist ein ganz neuer Stadtteil, Fischbäckereiten.
00:34:31: Wo sehen Sie bei uns als Projektentwickler oder wo sehen sie bei der Entwicklung ganz neue Quartieren einen Hebel um Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft von Anfang an mitzudenken?
00:34:40: tun wir natürlich, aber mich interessiert ihre Perspektive.
00:34:44: Es gibt ja viele Themen die nicht unwissiger werden dadurch dass wir jetzt auch stärker über das Material denken.
00:34:49: Das Material kommt einfach dazu.
00:34:51: also zum Beispiel denke ich ganz wichtig natürlich und da gab es in den letzten Jahrzehnten viel Bewegung und viele Sensibilisierung, dass wir gemischte Quartiere brauchen indem wir lebendige und auch kompakte quartiere die gut angebunden sind und so weiter.
00:35:06: Da sind Kommunen zum Teil auch schon sehr, sehr gut unterwegs und da haben sich neue Standards entwickelt.
00:35:11: Dann natürlich ist dieses ganze Thema der Klimaanpassung... Wir sind ja schon im Klimawandel und wir haben mit Extremwetterlagen zu tun und müssen also über passive Kühlung nachdenken oder auch über extreme Regengüsse und Entsiegelungen
00:35:24: usw.,
00:35:25: diese ganzen Diskussionen entwickeln sicher auch parallel mit aber ich glaube trotzdem das Wir in Zukunft gar nicht umhinkommen, auch ein festes CO-Budget für das Bauen zu vergeben und dass einige Länder in der EU wie Danemark oder Frankreich-Holland sind da schon vorgepresst.
00:35:44: Die EU hat das in ihrer Architektur im Fahrplan Richtung Klimaneutralität drin diese Novellen der Gebäudeenergiegesetze die eben stärker in Zukunft pro Bauprojekt verbindliche Treibhausgasemissionsbudgets vergeben Und dann kann sich der Bauherr entscheiden, ob man lieber einen kleinen Betonbunker baut.
00:36:05: Der sicher auch Charme und Berechtigung hatte in einigen Stellen oder vielleicht eben dann ein drei geschossiges oder fünfgeschossiges Holzhaus was insgesamt sicher dann dasselbe CO²-Budget wäre?
00:36:15: Ja,
00:36:16: ja in diese Richtung denken wir auch!
00:36:17: Wir wollen natürlich keine kleine grauen Bunker sondern lieber freundliche Geschosswohnungen dort bauen.
00:36:24: und deswegen denken wir also an die CO² Budgets.
00:36:27: Eigentlich immer fordern wir von unseren Bauherinnen und Bauherren Q&G-Siegel.
00:36:32: Da werden ja auch verschiedene nachhaltige Aspekte beleuchtet, auch in CO²-Budget.
00:36:37: Darüber dürfen sie nicht hinaus.
00:36:39: Das steht so ein bisschen im Fokus jetzt weil viele die damit verbundenen Zertifizierungskosten in den Vordergrund stellen und wir überlegen kann man die Ziele auch anders erreichen?
00:36:51: Aber genau in diesem Sinne.
00:36:54: Jetzt haben wir ganz viel klein und mal einen tiefen Blick in die Materialien geworfen, jetzt möchte ich doch nochmal Ihre globalen Kenntnisse diskutieren.
00:37:04: Sie sind ja viel unterwegs und haben gerade den Globalen Süden Ostafrika und überall wo sie arbeiten benannt.
00:37:12: Welche Innovationen entstehen dort?
00:37:14: Die wir häufig übersehen und vielleicht auch hier in Europa in die Umsetzung gehen könnten oder einen Anstoß zum Umdenken nochmal aufwerfen könnten.
00:37:25: Gibt es da was?
00:37:27: Absolut, also es gibt überall auf der ganzen Welt ganz tolle Pioniere, Erfinder und Experimentierer, die allerdings auch da enorm zu tun haben sozusagen den ja in die Skalierung in die Masse zu kommen und wirklich wirkungen skalierte Wirkung zu erzeugen.
00:37:44: Zum Beispiel sind wir in Bali in Indonesien sehr intensiv unterwegs und haben damit Architekten und Büros zu tun, die schon seit Jahrzehnten wunderbare Strukturen mit Bambus realisieren.
00:37:56: Und Erde also ganz traumhafte Orte.
00:37:58: allerdings sind die Auftraggeber vor allem ja touristische Auftrag Geber von EcoLoges oder Retreats indem man wunderbar in ganz tolle Oasen eintauchen kann Kann ich vergleichen lassen mit ähnlichen Orten in Deutschland, in einem tropischen Klima.
00:38:18: Aber wir unser Ansatz ist dann genau aus dieser Bubble, aus dieser Komfortzone auszubrechen und zu fragen was?
00:38:26: Wie kriegen wir das skaliert?
00:38:27: Warum haben wir diese wunderbare Oase... in der alles technisch gezeigt wird, was geht und zwei Kilometer weiter.
00:38:34: In einer rasant wachsenden Stadt wird nur ein Starmbeton gebaut zum großen Teil auch noch mit importierten Materialien.
00:38:40: Wie kann es sein?
00:38:40: Und wie können wir da die Verknüpfung und die Brücke schaffen?
00:38:44: Da sehen wir unsere Hauptrolle also diese Innovationslandschaft eigentlich zu stärken sichtbarer zu machen, zu verknüpfen mit Marktteilnehmern auch gegenüber der Regierung in den Regierungen Sichtbarkeit zu geben.
00:38:56: oft ist unsere Rolle auch als Außenstehende mit einem durchaus europäischen Blick.
00:39:02: Ist da gar nicht schlecht, weil wir die Situationen spiegeln und die Chancen auch noch mal in lokalem Ökosystem spiegelt, die so schwer lokal zu erreichen sind?
00:39:12: Haben Sie einen Lieblingsprojekt oder ein Best Practice-Projekt wo wir alle gerne hinreisen möchten und Stadtplanende reisen ja so gern und schauen über den Tellerrand?
00:39:22: Haben sie einen Tipp für uns?
00:39:24: Ich kann mich jetzt grad nicht so ganz entscheiden.
00:39:26: Aber weil ich gerade über Bali gesprochen habe, da haben wir tatsächlich geschafft ein Pilotprojekt zu bauen indem wir nochmal die Vielfalt von industriell verarbeiteten Bambus aufzeigen und in dem man wirklich entdecken kann wie spannend dieses Material ist was ja innerhalb von wenigen Jahren zu nutzbaren Stämmen hochwächst oder Halmen sagt man es eigentlich ein Gras.
00:39:53: Und wir haben es geschafft, dort einen kleinen Ort zu schaffen für eine lokale Nachbarschaft in dem man sich ganz traditionell immer unter einem großen Dach trifft.
00:40:02: In unserem Fall ist das Dach und die Struktur vollkommen aus Bambus.
00:40:07: ein wunderschöner Ort der auch ganz toll angenommen wird über den wir dann auch die Regierung überzeugen konnten in Indonesien tatsächlich Bambuss stärker in den nationalen Schulbau aufzunehmen und als nächsten Schritt hoffentlich auch in den sozialen Wohnungsbaum.
00:40:21: Das wäre der große Durchbruch und da ist manchmal wirklich so ein gebautes Projekt, was man riechen kann.
00:40:26: Befühlen kann sehen kann einfach so entscheidend um das Vertrauen zu erzeugen und auch immer die Attraktion, auch die ästhetische Attraktion dieser Materialien allen vor Augen zu führen.
00:40:37: Die gelten ja oft als rückständig, als ländlich und nicht als die Sinne und auch die Fantasie einregendes Material.
00:40:46: Das Projekt heißt übrigens Barley Bio und hat auch mehrere Preise gewonnen.
00:40:49: sind wir ganz stolz.
00:40:50: Wir schicken gerne noch mehr Material.
00:40:51: Okay, interessant!
00:40:53: Ja wir kommen zum Abschluss unserer Runde.
00:40:55: Wir werfen dann mit unseren Gästen immer gerne einen gemeinsamen Blick in die Zukunft.
00:41:01: und da würde ich Sie gerne fragen was glauben Sie welche Innovation wird das Bauen in den nächsten zwanzig Jahren am stärksten verändern?
00:41:09: Ich denke auf Bauproduktebene dass die Erdlebenmaterialien in Deutschland vielleicht sehr schnell zu einem neuen Standard werden.
00:41:16: sie lassen sich so leicht in unser bestehendes Ökosystem und auch die Bauökonomie einführen.
00:41:24: Da ist so viel Forschung schon passiert, es fehlt jetzt die Skalierung aber die Projekte werden jetzt kommen in den nächsten Jahren und ich glaube so auf Gebäudenebene denke ich dass wir mit Selbstverständlichkeit an CO-Bugies uns gewöhnen werden in Zukunft und dann auch selber als Bauerherren oder als Nutzer vielleicht viel stärker auch das Bewusstsein bekommen was passiert wenn wir ein bestehendes Material aus einem anderen Gebäude in einem Kreislauf System einbauen und dafür in der Modellierung des Budgets eine Null angerechnet wird.
00:41:55: Und wo können wir über biobasiertes Bauen tatsächlich negative Werte schaffen?
00:42:01: Glaub ich, werden wir alle vielleicht ein Stück weit so Materialjäger und Sammler nicht nur wir Planer und Architekten sondern auch die Bauherren.
00:42:08: Und ich glaube dieses Bewusstsein zum Material das würde ich mir sehr wünschen dass sich das in der gesamten Gesellschaft mehr verbreitet.
00:42:13: Vielen Dank Herr Misselwitz!
00:42:15: Und vielen Dank für die spannenden Einblicke in die Arbeit von Bauhauserde.
00:42:20: Ich sage auf Wiedersehen und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit.
00:42:25: Vielen Danke und Grüße zurück nach Hamburg.
00:42:27: Ich bedanke mich bei unseren Zuhörenden recht herzlich fürs Einschalten.
00:42:30: Unser Podcast Hallo Hamburg statt Neubauern erscheint alle vier Wochen!
00:42:34: Wenn Sie sich für die Projekte der IBA Hamburg interessieren, folgen sie uns gerne auf Social Media oder werfen einen Blick auf unsere Internetseite www.iba-hamburg.de.
00:42:46: Mein Name ist Sabine Debour und ich sage auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal.